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14. IDK-Jahrestagung (6.–7. November 2026)

Veröffentlicht: 14.03.2026

Architekturen des Wissens

14. IDK-Jahrestagung der Veranstaltungsreihe Wissenschaftskulturen im Vergleich
(Universität Duisburg-Essen, 6.–7. November 2026)

Die Vorstellungen von physischen, kulturellen und sozialen Räumen haben seit Beginn des 20. Jahrhunderts radikale Veränderungen erfahren; korrelierend zu denen der Zeit haben sie in den verschiedensten natur-, geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen die Wahrnehmung und Zuordnung von Relationen, Wechselwirkungen und Interdependenzen und somit auch die Bestimmung von Forschungsfeldern, von epistemischen Grenzen und Schnittmengen neu ausgerichtet. Die gegenwärtigen medialen und digitalen Techniken indizieren nunmehr einen weiteren grundlegenden Wandel. Dabei geraten auch die Räume und Raumstrukturen, die mit wissenschaftlichen Praktiken verbunden sind und damit explizit wie implizit das Selbstverständnis von Wissensproduktion und -vermittlung reflektieren, ins Blickfeld der Untersuchung: Architekturen, die der wissenschaftlichen Arbeit zugewiesen oder für sie eingerichtet werden, die ihren Anforderungen und Zielen entsprechend ausgestaltet sind oder sich fremdbestimmt an externe Vorgaben anpassen müssen, sind zugleich Orte wissenschaftlicher Zeichensetzung: Neben ihren zweckgebundenen Funktionen umfassen und prägen sie spezifische kollegiale Lebensformen und damit markante Kontakt- und Konfliktzonen. Antike Wandelhallen, frühneuzeitliche Universitäten, wissenschaftliche Akademien im Zeitalter der Aufklärung, Humboldts Reformuniversität, technische Hochschulen des 19. und 20. Jahrhunderts, heutige Wissenschaftskollegs und hightech-Foren – sie alle haben zugleich performative Funktionen, die sich in ihren Räumlichkeiten manifestieren. Es sind diskursive Orte der Generierung, Aushandlung und Übermittlung von Wissen, sie geben Einblicke in die Modalitäten von Forschung und Lehre und repräsentieren zugleich das gesellschaftliche und politische Ambiente, das sich diesen Aktivitäten eingeschrieben hat.

Die 14. IDK-Jahreskonferenz wird in dia- wie synchroner Perspektive nach Räumen, Raumstrukturen und -entwürfen fragen, die in einem unmittelbaren Zusammenhang mit wissenschaftlichen Tätigkeiten stehen. Das Interesse gilt neben ihren funktionalen, ästhetischen und repräsentativen Aspekten auch den epistemologischen Verknüpfungen zwischen architektonischer Gestaltung und der jeweiligen wissenschaftlichen Praxis. Erwartet wird von den Teilnehmer*innen eine aktive Diskussionsbeteiligung, ggf. ein themenrelevanter Vortrag von 30 resp. ein Kurzreferat von 15 Minuten. Bewerbungen mit Kurzvita und einseitigem Vortragsexposé werden erbeten bis zum 31. Juli 2026 an heinzgeorg.held@unipv.it.